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Die Buckfastbienen heute

Die Buckfastbiene

Buckfast Bienenköniginn im Bienenvolk auf der Wabe
Die Buckfastbienen werden unweigerlich in einem Atemzug mit Bruder Adam genannt. Ist doch Bruder Adam, mit Bürgerlichen Namen Karl Kerle, der Vater der Buckfastbiene.
Was bedeutet der Begriff Buckfastbiene? Diese Unterart gehört zu einer Reihe von Arten der Familie Echten Bienen (Apidae), innerhalb derer sie eine Vertreterin der Gattung der Honigbienen (Apis) ist. Sie ist eine Biene, die der Art der westlichen Honigbiene, der "Apis mellefica" zugehörig ist.

Die Buckfastbiene ist aber keine in der Natur entstandenen Unterart (Unterarten werden von Züchtern oft Rassen genannt) Bei dieser Bienen handelt es sich um eine "Bienen Kulturrasse", die durch Kreuzungs- und Kombinationszucht erschaffen wurde. Sie ist eine erbfeste Bienenrasse, die über eine Zeitspanne von fast 70 Jahren von dem aus Deutschland stammenden Benediktinermönch, Bruder Adam in der Benediktinerabtei Buckfast (Buckfast Abbey) in Devon, im Südwesten Englands gezüchtet wurde.Zuchtweg der Buckfastbienen mit Kreuzungszucht und Kombinationszucht

Zu Beginn des 20´igsten Jahrhunderts, Seit 1913 breitete sich in England die Tracheenmilbe (Acarapis woodi) aus. Dieser Parasit raffte im Winter 1915/1916 den größten Teil der englischen Bienenvölker dahin. Auch das Kloster Buckfast war davon betroffen. Im Kloster Buckfast überlebten 1916/1917 von 46 Völkern nur 16 den Winter.

Der überwiegende Teil der Überlebenden waren keine einheimischen Bienenvölker, sondern entweder reine Ligusticavölker, oder aber Kreuzungen ligurischer Abstammung. Aus den Überlebenden Bienenvölkern dieser Gruppe wurde die Völkerzahl wieder auf 46 erhöht, durch Importe von Ligusticaköniginnen.
Die Lingustica Bienenrassse erwies sich als weniger Tracheenmilbenanfällig, oder gar als tolerant diesem Parasiten gegenüber. Dies führten dazu, dass im Sommer 1917 Ligusticajungfern mit Drohnen der alten, englischen Dunklen Biene gekreuzt werden konnten und die Imkerei des Klosters auf 100 Bienenvölker vergrößert werden konnte. Unter diesen Bienenvölkern stach ein Volk durch seine besonderen Eigenschaften, unter anderem einer sehr guten Krankheitsresitenz hervor. Dieses Volk, das mi B1 bezeichnet wurde, bildetet sozusagen den Grundstock der Buckfastbienen.
Bruder Adam wurde am 1. September 1919 zum Leiter der Kloster Imkerei ernannt. Als Leiter der Klosterimkerei machte er sich auch in diesem Jahr mit dem Werk von dem Berliner Bienenkundler Ludwig Armbruster veröffentlichte Werk "Bienenzüchtungskunde" vertraut.

Die Grundlagen dieses Buches bereitetet den Pfad der Züchtung der Buckfastbienen. Es wurde ein langer Weg der Züchtung der Buckfastbienen.
Eine der ersten Belegstelle entstand. Um die Zuchtarbeit koordinieren zu können richtete Bruder Adam die Belegstelle in Sherberton in der Heide (Dartmoor) ein. Diese Belegstelle existiert leider nicht mehr.
Ein langer Prozess der Bienenzüchtung wurde von Bruder Adam beschritten. Die wichtigste Arbeit war dabei die ständige Beobachtung der Zuchtvölker. Mit einer ganz strengen und gnadenlosen Selektion wurden die besten Königinnen ermittelt. Diese ist mit einem Beurteilungssystem streng gekoppelt. Das bis heute einzigartig ist und die Grundlage der Selektion bei der Buckfastbienen bildet. Die Anwendung dieses Beurteilungssystems von jedem Imker auf seine Honigbiene könnte auch die "Landrasse" nach vorne bringen. Leider ist dieses Wissen in der Imkerei noch nicht weit verbreitet.

BreederBirthPedigreeEval.Vitality ofTemperSwarm.Ferti-CropOver­win-BuildingVarroaHYG+
numberyearof queenyearbeesbroodof beestend­encylityEarlySumm.LateteringCombsPropol.num­berVSH+after 24 h
B84(DSU).17B469(LS) × B325(LS)20186656  5  5656   5   5  4not testet100%

Beispiel der Beurteilung einer Zuchtmutter Geburtsjahr 2017

Dieser Grundstamm, der Buckfastrasse, wurde nun durch weitere Zuchtstämme verändert, indem diese Stämme parallel dazu lange Zeit beobachtet und dahingehende Selektion betrieben wurde, dass man die gewünschten Eigenschaften verstärkte und die Bienenvölker mit unerwünschten Eigenschaften von der Nachzucht ausschließt. So entstanden eine große  Anzahl von Kreuzungen, aber nur wenige eigneten sich wirklich zur Integrierung in den Hauptstamm. Es wurden hier aber keine neuen Eigenschaften erzüchtet, sondern die vorhandenen Eigenschaften, werden bei diesem Prozess intensiviert. Zucht ist auch keine Genmanipulation / Genveränderung wie oft angenommen wird. Der Bienenzüchter kann nur die natürlich vorkommenden aktiven Gene benutzen, um Königinnen zu finden die besondere Eigenschaften stärker ausgeprägt haben.
Um nur ein Beispiel zu nennen: 1930 leitete Bruder Adam eine Königinnenzucht ein, die 1200 Weiseln hervorbrachte. Es handelte sich dabei um eine Kreuzung zwischen Ligustica-Königinnen und Buckfast - Drohnen. Bruder Adam wusste allerdings, dass nur Bienenköniginnen mit einer bestimmten Färbung, die gesuchten Eigenschaften besitzen konnten (gekoppelte Vererbung). So blieben nur 200 Königinnen übrig, die er auf der Belegstelle zur Begattung aufstellte. Die 1000 übrigen Königinnen wurden verworfen.
Dies war der Zuchtstamm, der 1940 in den Buckfast-Hauptstamm integriert wurde
( Kombinationszucht ).

1948 konnte Bruder Adam mit der Einführung der instrumentellen Besamung neue Wege beschreiten. Ab 1950 begann Bruder Adam nun die Bienenstämme auf dem Festland, Europa zu beobachten. Er bereiste die europäischen Länder, Frankreich, Schweiz, Österreich, Italien, Sizilien und Deutschland, sein Geburtsland, um die dort ansässigen Bienenunterarten und regionalen Rassen ganz genau studieren zu können. Zahlreiche Königinnen nahm er mit nach England, wo er sie einer strengen Prüfung unterzog. Sein Studium der unterschiedlichen Bienenherkünfte setzte er 1952 fort und reiste er nach Algerien, Israel, Jordanien, Syrien, in den Libanon, nach Zypern, Griechenland, Kreta, Slowenien und in die ligurischen Alpen.
Um nach Bienenvölkern Ausschau zu halten die besonderer Eigenschaften besitzen, um diese in seine Buckfastbiene integrieren zu können
Noch im selben Jahr führte Bruder Adam Kreuzungen mit der Bienenrasse Cecropia durch, die sich als äußerst sanftmütig und schwärmträge erweisen.

1959 wird auch diese Kreuzungszucht in den Hauptstamm der Buckfastbienen integriert.
 Im gleichem Jahr, besuchte Bruder Adam, die Iberische Halbinsel, Spanien und Portugal um weiteres Zuchtmaterial zu sichten.
1960 / 1962 werden Anatolierköniginnen mit Buckfastdrohnen angepaart und diese Verbindung 1967 dem Buckfaststamm einverleibt. Wir führen eine dieser Zuchtlinien die Sinop62 noch heute in unserem Zuchtprogramm weiter.
Seine Reisen zur Suche nach der „Biene“ führte er auch 1962 weiter durch. Er besuchte die Länder Marokko, Kleinasien, Türkei, die ägäischen Inseln, Jugoslawien, Agypten und die libysche Wüste.
Ab 1982 beginnt er Kreuzungsversuche mit der Athosbiene. Im Jahr 1989 beginnt er nach einer Afrikareise Versuche mit der Scutellata- und Monticolabiene.
Leider konnte Bruder Adam diese Arbeit und die Integration in die Buckfast hauptstamm nicht mehr zu Ende führen. Sein hohes Alter und die damit einhergehende Altersschwäche verhinderte weitere Reisen. Am 1.September 1996 verstarb Bruder Adam mit 98 Jahren.
Heute wird die Zuchtarbeit europaweit durch die Landesverbände der Buckfast Zucht Gemeinschaften fortgesetzt. Diese Landesverbände sind  in der Gemeinschaft der europäischen Buckfastimker (GdeB) vereinigt. Die GdeB koordiniert die Zuchtarbeit dieser Imkervereine. Die Imkerschaft hat europaweit zahlreiche Buckfast Belegstellen eröffnet, die eine kontrollierte und sichere Erhaltungs- sowie Weiterzucht der Buckfastbiene ermöglichen.

Auch von uns wird eine Belegstelle für die Zucht der Buckfastbienen betrieben, diese befindet sich in der Annaburger Heide und ist mit dem Kürzel anbh in den Pedigrees zu finden. Weitere Informationen unter www.Buckfast-Belegstelle.de

Ein paar Worte zur Buckfastbiene und Carnicabiene:

Vielerorts herrscht geradezu ein Kleinkrieg zwischen Carnica und Buckfast – Imkern. Dabei wird vergessen das beide Rassen nicht in Deutschland heimisch sind. Die Buckfastbiene ist eine Gezüchtete Rasse so wie Rotweiler oder deutscher Schäferhund. Die Carnicabienen hat ihre ursprüngliche Heimat in Kärnten und Slowenien.

Die Ursprünglich bei uns beheimatete Bienen Die dunkle Bine wurde fast ducht die Carnica - Importe ausgerodet. Heute sind einige Imker bemüht diese dunkle Biene wieder zu verbreiten. Diese Zuchten sind auch uns Buckfastzüchtern wichtig erhalten diese doch einen vielfältigen Genpool aus dem der zukünftige Imker seine Zuchtarbeit fortsetzen kann.  

Um einige Vorurteile über die Buckfastbiene aus der Welt zu schaffen:

  • Die Buckfastbienen ist eine erbfeste Biene, die mit Buckfastbienen angepaart auch immer wieder Buckfastbienen hervorbringt.
  • Eine Reinzucht im eigentlichen Sinn gibt es in der Natur nicht. Die Übergänge der verschiedenen Bienenrassen geschehen auch nicht aprubt, sondern gleitend und geschehen über Kreuzungen der Rassen an den Schnittpunkten.
  • Eine Reinzucht kann nur über den Besuch von sicheren Belegstellen oder Instrumenteller Begattung erfolgen. So bleibt auch die Rassenvielfalt gewahrt. Eine Standbegattung kann nie eine Reinzucht sein, auch wenn diese durch den Heterosiseffekt gute Wirtschaftsköniginnen hervor bringt. Diese sind aber, durch die Aufspaltung der Erbanlagen, für die Nachzuchten ungeeignet.
Fazit: Jeder Imker der mit geringen Aufwand gute Honigernten erzielen möchte sollte unbedingt den Versuch wagen Buckfastbienen zu halten, er wird es nicht bereuen. Die Haltung der Buckfast-biene ist eng verbunden mit der Dadant - Beute, die von Bruder Adam weiterntwiecklet Betriebsweise in der 12`er Dadantbeute US-Modifiziert ist für viele Berufsimker die Bienenwohnung die scherzhaft als die Beute genannt wird "die den Honig selbst macht". Als Buckfastimker ist aktuelles über die Internetseiten der Landesverbände ( Bienenzuchtverband ) zu erfahren. In Sachsen ist es der Landesverband Sächsischer Buckfastimker e.V.
Dadant Brutwabe eine Buckfast Bienenvolkes auf kleinen Zellen

Als eingetragenen Züchter in der Züchterliste der GdeB bieten wir Buckfastköniginnen aus unserem Zuchtprogramm an. Dies erfolgt als F1 Königinnen als Standbegattete Königinn von unseren Zuchtmüttern oder Belegstellenbegattete Königinnen mit Abstammungsnachweiß. Bestellen kann der Buckfastimker diese über unseren Onlineshop, per E-mail oder einfach Anrufen, am einfachsten ist es Online. Um unserer Zuchtlinien immer auf den aktuellen Stand zu halten werden von uns die Inselbelegstellen Baltrum und Greifswalder Oie besucht.
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